Agentic Commerce

Mit Agentic Commerce ist gemeint, dass Software – Such-Crawler, Shopping-Systeme, KI-Assistenten und Agenten – Produkte im Auftrag von Menschen findet, vergleicht und zunehmend auch Aktionen im Shop vorbereitet. Dafür muss sie die Daten eines Shops zuverlässig lesen können.

Über welche Wege Maschinen einen Shop lesen

Es gibt nicht die eine Schnittstelle. Maschinen lesen einen Shop über mehrere Oberflächen, die unterschiedlich weit standardisiert sind. ShopReadable weist den Reifegrad jeder Grundlage aus und bewertet junge oder experimentelle Standards zurückhaltend.

  • robots.txt und Sitemap

    Welche Crawler welche Seiten abrufen dürfen und wo die Seiten stehen

    Offizieller Standard (RFC 9309, sitemaps.org)

  • Produkt-Markup (Schema.org)

    Produkt, Angebot, Preis, Verfügbarkeit und Kennungen auf der Produktseite

    Offizielle Anbieter-Vorgabe (Google Merchant listings)

  • Varianten (ProductGroup)

    Größen, Farben und andere Varianten als Gruppe mit eigenen Kennungen

    Offizielle Anbieter-Vorgabe (Google)

  • Accessibility-Tree

    Namen und Rollen der Bedienelemente, über die Agenten eine Seite bedienen

    Offizieller Standard (W3C AccName) als Grundlage

  • Produktfeeds

    Katalogdaten, die ein Händler direkt an einen Anbieter liefert (etwa den OpenAI-Produktfeed)

    Offizielle Anbieter-Vorgabe; private Lieferung von außen nicht erkennbar

  • UCP

    Geschäftsprofil unter /.well-known/ucp mit Commerce-Diensten für Agenten

    Entstehender Standard

  • WebMCP

    Werkzeuge, die eine geöffnete Seite einem Agenten im Browser anbietet

    Experimentell (Entwurf einer W3C Community Group)

  • llms.txt

    Optionale Textdatei mit Hinweisen für Sprachmodelle

    Nur Information

Warum Übereinstimmung wichtiger ist als Vollständigkeit

Ein Shop kann auf jeder Oberfläche Daten ausliefern und trotzdem widersprüchliche Signale senden: Die sichtbare Seite nennt einen Preis, das Markup einen anderen; die Seite zeigt „Auf Lager“, das Markup „ausverkauft“. Eine Maschine, die nur eine Quelle liest, entscheidet dann anders als ein Mensch. ShopReadable stellt deshalb für dasselbe Produkt die Werte aller gelesenen Quellen nebeneinander und meldet Widersprüche mit allen beobachteten Werten – ohne eine Quelle für die richtige zu erklären.

Was ShopReadable prüft – und was nicht

Geprüft

  • Geprüft werden öffentlich abrufbare Seiten und Dateien, deterministisch, mit Beleg je Befund. Kein Sprachmodell vergibt Punkte.
  • UCP, WebMCP und die Eignung für einen OpenAI-Produktfeed werden bewertet und angezeigt, zählen aber nicht zum Gesamtscore.

Nicht geprüft oder nicht bewertet

  • Trainings-Crawler (GPTBot, ClaudeBot) werden nur angezeigt; ob ein Händler sie zulässt, ist seine Entscheidung und zählt nie.
  • Private Anbindungen – etwa ein per SFTP gelieferter Feed – sind von außen nicht erkennbar und bleiben „unbekannt“.
  • Der Score ist ein eigener technischer Bereitschafts-Score, kein Ranking-Faktor eines Anbieters. Ein hoher Wert sagt nichts darüber, ob ein Shop bei Google, OpenAI, Anthropic oder anderen aufgenommen, angezeigt oder empfohlen wird.

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